Battambang im Westen von Kambodscha

Die Ankunft in Battambang war ein richtiges Abenteuer. Wir wurden zwar schon von Cliff und Joyce vorgewarnt, aber wir hätten nie gedacht, dass am Busterminal so viele Tuk Tuk Fahrer auf uns warten. Die Tuk Tuk Fahrer stürmten regelrecht in den Bus und hielten uns andauernd Werbeschilder von Gästehäusern unter die Nase. Es war ein richtiger Spießrutenlauf. Zum Glück hatten wir aber schon ein Zimmer im Seng Hout Hotel reserviert. Und auch unser Tuk Tuk Fahrer Devid wartete bereits auf uns. Das Hotel und der Fahrer wurden uns schon vor einigen Wochen von einer älteren Frau aus London in Ban Lung empfohlen. Zu uns ins Tuk Tuk gesellten sich noch Jacqueline (aus Bern) und Juliette (aus Paris).

Nach dem Check-In haben wir erstmals auf unserer Reise den Luxus eines Pools geniessen können. Der Pool auf der 3. Etage des Hotels war eine willkommene Abkühlung. Ausserdem buchten wir zusammen mit Jacqueline und Juliette, den Tuk Tuk Fahrer Devid für den nächsten Tag. Er sollte uns zu den Highlights von Battambang fahren. Am Abend erkundeten wir noch ein wenig die Stadt, suchten verzweifelt einen Frisör für mich und ließen den Abend bei indischem Essen im Restaurant Flavors of India ausklingen.

Gegen 8 Uhr startete unsere Tour mit Devid. Auf dem Weg zum Bambus-Zug hielten wir am Denkmal von “Mr. Battambang” und Devid erzählte uns die Geschichte der Stadt und wie sie zu ihrem Namen “Battambang” kam. Danach ging es zum Bambus-Zug, der ein Teil der Geschichte Kambodscha´s ist. Nachdem Kambodscha nach der Zeit der roten Khmer entgültig am Boden lag, haben die Menschen langsam wieder versucht ihr Leben in den Griff zu kriegen. Da es keine Züge mehr gab, wurden zum Transport zwei Achsen auf die Schienen gelegt, ein Floß aus Bambus drauf und ein kleiner Motor zum Antrieb angebracht und fertig war der Schwerlasttransporter. Bis zu 7t wurden so pro Zug auf der noch halbwegs intakten Bahnstrecke zwischen Battambang und Phnom Penh transportiert.
Heutzutage fahren die Züge auch für Touristen ca. 20 Minuten in ein kleines Dorf und wieder zurück. Die Fahrt war nicht gerade komfortabel, da die Gleise oft einige Lücken hatten und man jede kleine Unebenheit direkt spürt. Aber es hat Spass gemacht. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir noch ein über 100 Jahre altes traditionelles Haus und ein Denkmal, eine fünfköpfige Naga Schlange aus alten Waffen, angeschaut.

Angekommen am Hotel habe ich Devid erstmal gefragt, ob er mir einen Frisör in der Nähe empfehlen kann und er hat mich dann gleich zum nächsten Frisörstübchen gefahren. Haare und Bart schneiden inklusive professioneller Ohrenreinigung für gerade mal 2$. Unsere Tour mit Devid sollte dann erst am Nachmittag weitergehen, so dass wir uns in der Mittagspause wieder eine Abkühlung im Pool gönnen konnten.

15 Uhr sind wir dann zum Berg “Phnom Sampeou” gefahren. Einen Zwischenstopp haben wir noch an einem Strassenstand eingelegt, an dem es gebratene Frösche, Schlangen, Heuschrecken und Käfer gab. Eine kleine Tüte Heuschrecken haben wir aber auch gekauft. Auf dem “Phnom Sampeou” steht ein Tempel. Auch hier haben die Roten Khmer ihre Spuren hinterlassen. Der Berg wurde als Gefängnis und zum Morden der Leute verwendet, die erschlagen in die “Killing Caves” hinuntergestürzt wurden.
Da Devid kein ausgebildeter Touristenführer ist, durfte er uns auch nicht auf den Berg bringen. Teilweise werden die Touristenführer nämlich von der Polizei kontrolliert. Deshalb haben uns 2 Kinder auf den Berg, den Tempel und eine der “Killing Caves” begleitet. Dies wird von der Polizei toleriert, da sich die Kinder dadurch ein bisschen Geld für die Schule dazuverdienen.
In dem Berg gibt es auch eine riesige Fledermaushöhle in der 10 Millionen Fledermäuse leben sollen. Täglich zur Abenddämmerung ereignet sich dort ein beeindruckendes Naturschauspiel. Millionen von Fledermäusen strömen regelrecht aus der Höhle um bis zu 70km weit auf Futtersuche zu gehen. Teilweise bilden die Schwärme faszinierende Formationen.

Den Abend haben wir entspannt mit einem Bier im Pool verbracht. Am nächsten Morgen ging es auch schon wieder weiter nach Phnom Penh.

 

Post A Comment