Die Unterwasserwelt von Bali

Unsere Reise führte uns weiter an die Ostküste Balis, nach Amed. Da wir unsere Reisepässe mit dem verlängerten Indonesien-Visum erst am Abend in Ubud abholen konnten, fuhren wir mit dem Taxi. Ein privater Fahrer ist auf Bali recht günstig. Man kommt auch gar nicht überall mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin. An jeder Straßenecke werden einem die Fahrdienste angeboten “Ok Sir, Taxi, yes? Tomorrow?”. Manchmal kann es etwas nervig sein, wenn alle paar Meter jemand fragt, aber man gewöhnt sich dran.
Der Straßenverkehr in Bali ist meistens etwas chaotisch und die Straßen sind leider auch nicht die besten. Im Dunklen zu fahren ist deshalb wahrscheinlich noch anstrengender als bei Tageslicht, aber unser Fahrer brachte uns gut und sicher ans Ziel.

Amed ist ein kleiner verschlafener Ort und außer Tauchen und Schnorcheln kann man hier nicht so viel machen. Auch wir sind zum Tauchen hergekommen und am nächsten Morgen ging es gleich los damit.
Wir fuhren in den nächsten Ort, nach Tulamben, denn hier liegt wenige Meter vor der Küste das Wrack des US Marine-Frachtschiffs U.S.A.T. Liberty. Das über 100m lange Schiff wurde vor über 70 Jahren von einem japanischen Uboot beschossen und im Schlepptau an den Strand von Tulamben gebracht um die Fracht zu sichern. 21 Jahre später brach der Schiffsrumpf aufgrund eines Erdbebens und es versank nahe dem Strand. Im Laufe der Zeit haben sich hier viele Korallen und Lebewesen angesiedelt. Es war sehr spannend an und durch das Wrack zu tauchen. Komang, unser einheimischer Tauchguide von der französischen Tauchschule Baruna Dive Center, hatte eine Unterwasserkamera dabei und konnte somit schöne Erinnerungsfotos unter Wasser für uns schiessen.
Unseren zweiten Tauchtag verbrachten wir vor der Küste Ameds. Mit einem typischen kleinen bunten Fischerboot fuhren wir einige Minuten bis zum ersten Tauchplatz “Bunutan”: Dort haben wir die bisher schönsten Korallen gesehen. Danach gings zum Tauchplatz “Pyramids”: dort wurden Steinpyramiden künstlich angelegt, die mit vielen Korallen übersäht sind. Dort konnten wir sogar Zwerg-Seepferdchen sehen. Die Unterwasserwelt hier ist wirklich toll.
Am Nachmittag haben wir noch ein bisschen geschnorchelt bis Seppel seinen Ausflug zum Frisör gemacht hat. Ein Mitarbeiter aus dem Gästehaus brachte ihn mit dem Moped hin und spielte Übersetzer. Es gab aber doch ein paar Übersetzungsprobleme und schlussendlich hatte Seppel ganz kurze Haare. Aber die wachsen ja wieder…

Und dann hieß es auch schon wieder Rucksäcke packen, denn wir wollten einen Tauchausflug zu der Bali vorgelagerten Insel Nusa Penida machen und anschließend gleich für ein paar Tage auf der Nachbarinsel Lembongan bleiben. Vor den beiden Inseln gibt es zwei ganz besondere Meeresbewohner: Manta Rochen und Mola-Molas (Mondfische). Diese Tiere sind riesig und kommen hier an so genannte Putzstationen um sich durch Putzerfische von Parasiten befreien zu lassen. Wir hofften natürlich diese außergewöhnlichen Fische zu Gesicht zu bekommen.
Nach zwei Stunden Bootsfahrt erreichten wir den “Manta Point”. Es war leider sehr starker Wellengang und ich war ganz schön seekrank. Aber im Wasser war es besser und wir wurden für die Strapazen auch schnell entschädigt. Nachdem wir ein paar Minuten abgetaucht waren, entdeckten wir über uns kurz unter der Wasseroberfläche den ersten Manta-Rochen. Es schien als schwebte er im Wasser. Wir waren noch am staunen als schon der nächste Manta kam und bald waren wir quasi umzingelt von den riesigen Tieren, es waren insgesamt um die 20 Mantas! Ihre Spannweite war ca. 4m. Die Sonnenstrahlen schienen von oben auf die Mantas und vom Meeresgrund war das ein sehr faszinierendes Bild. Wir konnten uns gar nicht satt sehen, trotz des nur 22 Grad kalten Wassers. Aber irgendwann ging leider der Sauerstoff aus und wir mussten auftauchen. Ich befürchtete schon mit einem Manta zusammenzustoßen, da sie so nah waren und sich auch gar nicht durch uns gestört fühlten. Auch an der Wasseroberfläche konnten wir die großen schwarzen Schatten sehen. Der erste Tauchgang hatte sich also voll und ganz gelohnt.
Danach ging es zur “Crystal Bay” auf die Suche nach den Mola-Molas. Die Strömungen waren sehr stark und wir blieben nah am Meeresgrund. Durch die Wasserbewegungen ging es abwechselnd ein paar Meter nach rechts und danach wieder nach links. Das Wasser war hier noch kälter, 19 Grad, und trotz der zwei übereinander gezogenen Taucheranzüge haben wir ziemlich schnell gefroren. Aber dafür hatten wir ganz klare Sicht und sahen schöne Korallen, ein paar Barrakuda-Schwärme, einen Tintenfisch… aber leider keine Mola-Molas. Unser Tauchguide Komang zitterte schon wie Espenlaub und war froh als wir wieder auftauchten.
Auf dem Rückweg haben wir uns auf der Insel Lembongan absetzen lassen und ich war froh wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

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