Durch den Südwesten Australiens Teil 2 – Windy Harbour, Albany, Esperance

Auf dem Weg nach Windy Harbour im “D’Entrecasteaux Nationalpark” sahen wir zum ersten Mal lebendige Kängurus 🙂 Seppel legte fast eine Vollbremsung hin als ich sagte, dass ich eins gesehen habe. Und dann entdeckten wir neben der Straße noch mehr von ihnen. Sie sind gar nicht so leicht zu erkennen in dem hohen Gras und zwischen den Büschen.
In Windy Harbour, einem ziemlich abseits gelegenen einsamen Ort, stellten wir unser Auto auf einem ganz kleinen Campingplatz direkt am Meer ab und gingen erstmal an den Strand. Das Wetter war schön, aber das Wasser war sehr kalt. Vor dem Sonnenuntergang fuhren wir dann noch zum Aussichtspunkt “Point D’Entrecasteaux”. Wir waren hier ganz allein und bestaunten die steilen Klippen und die Aussicht aufs Meer. Auf dem Rückweg zum Campingplatz sahen wir bestimmt 20 Kängurus. Da muss man ganz schön aufpassen beim Autofahren. Am Abend wurde es ziemlich kalt. Aber bevor Seppel uns ein Lagerfeuer machen konnte, mussten wir erstmal die Mücken aus unserem Camper loswerden. So viele Mücken auf einmal haben wir noch nie gesehen. Ich hatte schon Angst vorm ins Bettgehen, aber Dank der Moskitospiralen, die wir noch aus Thailand hatten, waren alle Mücken innerhalb von 2 Minuten erledigt. Am Lagerfeuer haben wir es uns dann noch gemütlich gemacht und in der Nacht kam dann leider herbstliches Regenwetter auf.

Am nächsten Morgen starteten wir im Regen und es wurde auch den ganzen Tag nicht besser. Im “Valley of the Giants” liefen wir in unsere Regenjacken gehüllt durch einen Wald mit riesigen Bäumen und im “William Bay Nationalpark” machten wir einen kurzen Stopp an den “Green Pools”, die  bei schönem Wetter gut zum Baden wären. Angekommen in Albany wärmten wir uns auf dem Campingplatz erstmal mit heißem Kaffee und Tee auf, denn es war wirklich kalt und so ein Wetter waren wir nach bisher 10 Monaten Wärme gar nicht mehr gewohnt.

Den folgenden Tag in Albany verbrachten wir vormittags mit einem Strandspaziergang am Middleton Beach. Es war immer noch windig und bewölkt, aber ab Mittag wurde es dann zum Glück besser. Das nutzen wir und schauten uns ein paar Sehenswürdigkeiten an der umliegenden Küste an: “The Gap” – eine riesige Felsspalte in den Klippen, wo die Wellen mit voller Wucht hineinrauschen und das Wasser hochspritzt, die “Natural Bridge” – ein Felsen im Meer, der durch Erosion wie eine in Stein gehauene Brücke aussieht, und zu guter Letzt die so genannten “Blowholes”, das sind Spalten in den Felsen, durch die das Wasser bei starkem Wellengang hochgespritzt wird. Leider waren die Wellen nicht so hoch, so dass man nur ein bisschen Wasserdampf sehen konnte, aber es hat trotzdem ganz schon laute und grollende Geräusche gegeben.

Nachdem wir in Albany nochmal unseren Proviant aufgefüllt haben fuhren wir 500km weiter bis nach Esperance. In über 6h Fahrt sahen wir Wälder, weite Getreidefelder und Buschlandschaften an uns vorbeiziehen. In Esperance hatten wir wieder Sonnenschein und somit perfektes Wetter für den “Great Ocean Drive”. Dort sahen wir viele tolle Strände mit türkisblauem Wasser und ganz feinem weißen Sand. Danach schlugen wir unser Lager im “Cape Le Grand Nationalpark” auf. Vom Campingplatz aus hatten wir einen tollen Blick auf die “Lucky Bay” und hier gab es sogar Kängurus am Strand!
Im Cape Le Grand Nationalpark gibt es angeblich die schönsten Strände mit dem weißesten Sand. Der menschenleere Strand am “Thistle Cove” ist einer davon. Der Sand war so fein und weiß, fast wie Salz. Dazu ganz türkisblaues Wasser, der perfekte Strand. Auf dem Wanderweg dorthin hatten wir immer wieder mit den ziemlich lästigen Fliegen zu kämpfen, aber wir genossen trotzdem die weiten und schönen Ausblicke aufs Meer und die Umgebung. Der Rückweg nach Esperance führte am Berg “Frenchman Peak” vorbei und wir nutzen die Gelegenheit für einen Aufstieg. Der Berg war ziemlich steil und es war sehr windig, aber von oben hatten wir einen tollen Blick auf den Nationalpark und das Meer. Von Esperance aus ging unser Weg weiter Richtung Norden, in das Landesinnere zur Goldgräberstadt Kalgoorlie.

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