Im Tauchparadies Raja Ampat

Erst während unserer Reise haben wir überhaupt das erste Mal von Raja Ampat gehört. Und je mehr wir darüber hörten, desto größer wurden auch unsere Erwartungen, denn andere Reisende schwärmten nur so davon. Auf Kanawa erzählten uns dann auch noch Rune und Kim sowie Marko und Journey von ihren Taucherlebnissen auf Raja Ampat und wir freuten uns immer mehr darauf. Und so viel können wir schon verraten: Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Raja Ampat ist ein Archipel in Neu Guinea/Westpapua und besteht aus über 1500 größeren und kleineren Inseln. Es gilt als das artenreichste Korallenriff-Ökosystem der Welt. Da Raja Ampat sehr abgeschieden liegt, ist die Natur über und unter Wasser noch ziemlich unberührt. Über 1500 Fisch- und 500 Korallenarten wurden hier gezählt.
Wir verbrachten 10 Tage auf der Insel Gam im Biodiversity Eco Resort. Ein Strand wie im Bilderbuch erwartete uns dort. Aber zuerst mal zur Anreise, die ziemlich lang und anstrengend war.
Früh morgens flogen wir von Labuan Bajo auf Flores zunächst wieder zurück nach Denpasar in Bali. Am Mittag ging es von dort weiter nach Jakarta, wo wir bis zum späten Abend auf unseren Anschlussflug nach Makassar warten mussten. Wir verbrachten unsere Zeit in einem Café und ein älterer deutscher Herr, der neben uns saß, sprach uns plötzlich an und erzählte, dass er Seminare für zukünftige Millionäre gibt. Er stellte sich uns als Franz Elmar Bader vor. Als junger Mann ging er nach Amerika um dort sein Glück zu suchen und hatte scheinbar Erfolg. Auf Bali baut er gerade das größte Hotelresort auf. Er erzählte, dass er drei Flugzeugabstürze überlebt hat und traf u.a. Bill Cosby, Ronald Regan und Arnold Schwarzenegger, mit dem er heute noch befreundet ist (er zeigte uns auch Fotos). In zwei Tagen erfährt man in seinen Workshops wie man es zum Millionär schafft. Er hat uns seinen Kontakt gegeben, mal schauen wann wir uns zu dem Workshop anmelden… 😉
Mitten in der Nacht kamen wir dann ziemlich müde in Makassar an und mussten hier nochmal umsteigen. Am nächsten Morgen landeten wir schließlich in Sorong, dem Ausgangspunkt für die Weiterfahrt nach Raja Ampat. Am Nachmittag setzten wir unsere Reise dann mit der Fähre fort. Da muslimischer Feiertag war, fuhr nur die langsame Fähre. Aber wir hatten eine kleine Koje mit zwei Betten für uns und konnten somit ein paar Stunden Schlaf nachholen. Am Abend erreichten wir dann den Hafen in Waisai und konnten direkt von der Fähre in ein kleines Boot umsteigen, dass uns zusammen mit 8 Matratzen und 3 Kopfkissen zur Insel Gam brachte. Der weite Weg und die Strapazen hatten sich aber gelohnt. Am Strand warteten schon Rey und Patricia, die beiden spanisch-südamerikanischen Besitzer des kleinen Resorts. Es besteht aus nur 4 Bungalows direkt am Meer und wir fühlten uns sofort wie in einer Familie.

Unser Bungalow war zwar einfach aber total schön. Es gab nur abends für ein paar Stunden Strom und auch kein Internet. Aber gerade das hat uns auch so gut gefallen. Und die Schüttdusche würden wir am liebsten auch zu Hause in unserem Bad haben. Gefällt uns fast besser als eine richtige Dusche.
Gegessen wurde immer zusammen an einem großen Tisch und das Essen, eine Mischung aus Spanisch-Indonesisch, war einfach nur lecker. Zum Beispiel Thunfisch in würziger Sauce, fritierte Bananen, Papaya in Kokosmilch, Curry… mmhhh. Wir hatten hier den wahrscheinlich frischesten Fisch unseres Lebens, eingekauft direkt vom Fischerboot auf dem offenen Meer gleich nach dem Tauchen. Frischer geht´s wirklich nicht!

In den nächsten Tagen drehte sich für uns alles um´s Tauchen. Insgesamt 24 Tauchgänge mehr hatten wir am Ende in unseren Logbüchern und dabei waren wir jedes mal mindestens eine Stunde unter Wasser. Wir fühlten uns von mal zu mal besser und durch mehr Erfahrung konnten wir auch unseren Sauerstoffverbrauch optimieren und auch die Unterwasserwelt mehr geniessen. Patricia hat alle Tauchgänge aber auch immer sehr gut geplant, so dass wir die Zeit im Wasser so lange wie möglich nutzen konnten. Jeder Tauchgang war einzigartig und immer wieder haben wir ganz tolle Sachen gesehen, zum Beispiel wunderschöne Korallen in den verschiedensten Farben, es sah aus wie ein bunter Unterwasser-Garten. Wir begegneten riesigen Fischschwärmen, großen Schildkröten und vielen verschiedenen Haien; Weißspitzen- und Schwarzspitzenriffhaie, einem Grauen Riffhai, einem Walking Shark und vielen Wobbegongs (Teppichhaie). Seppel entpuppte sich als unser Wobbegong-Entdecker. Er schaute unter jede Felsspalte und in alle Höhlen und fand ganz oft diese merkwürdig aussehenden Haie mit ihren Fransenbärten. Bei fast jedem Tauchgang konnten wir auch Teufelsrochen sehen, aber auch Manta-Rochen und Adlerrochen zogen manchmal vorbei. Seppels Fotos unter Wasser wurden auch immer besser. Insgesamt haben wir über 800 Fotos, da es uns einfach schwer fiel welche zu löschen! Es war auch nicht einfach eine entsprechende Auswahl an Bildern für den Blog zu treffen.
Die meisten Tauchgänge machten wir zusammen mit Alessandra aus Brasilien. Sie und ihr Freund Omid sind auch gerade auf einer Weltreise. Insgesamt haben wir nun 57 Tauchgänge. Unser 50. Tauchgang war mit Abstand der Allerbeste! Am “Sardine Reef” trafen wir auf eine Gruppe von ungefähr 20 Büffelkopf-Papageifischen, die gerade beim Fressen von Korallen waren. Die Tiere waren riesig und wir waren mittendrin! Zwischen ihnen schwammen Haie, viele andere große Fische, Schwärme kleinerer Fische… es war wirklich atemberaubend! So etwas hatten wir noch nie gesehen und wir wollten am liebsten gar nicht mehr auftauchen. Auch Patricia, kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das war für uns vier ein ganz einzigartiges Erlebnis.
Seppel und ich waren auch zwei mal alleine im Hausriff tauchen. Das war eine ganz neue und spannende Herausforderung für uns, die sehr viel Spaß gemacht hat.
Am Abend fielen wir immer total kaputt ins Bett. So gut wie hier haben wir lange nicht geschlafen. Frühmorgens halb 6 konnten wir vom Bett aus den Sonnenaufgang sehen, dazu Meeresrauschen… Aber wir wollen Euch lieber nicht noch mehr neidisch machen! 😉

Bei den Fahrten im Boot zu den einzelnen Tauchspots haben wir auch ein bisschen von der Umgebung gesehen. Die Inseln in Raja Ampat sind im Gegensatz zu den Inseln rund um Flores, wo alles sehr kahl und ohne Bäume war, sehr grün und überwuchert mit Dschungel. Dazwischen liegen kleine feine Sandstrände und man möchte am liebsten bei jeder Insel anhalten.
Auch unser letzter Tauchgang war etwas ganz Besonderes. Zusammen mit Anna und Richie (aus Wales) haben wir zwei Delfine gesehen. Diese sehr scheuen Tiere sieht man wohl nur sehr selten beim Tauchen. Sie schwammen eine ganze Weile über uns und wir konnten sie gut beobachten. Das war ein schöner Abschluss unseres Aufenthalts auf Raja Ampat bevor es wieder mit dem Boot zur Fähre in Waisai ging. Eine Nacht verbrachten wir noch in Sorong und flogen von hier weiter nach Australien.

Eigentlich hätten wir unseren Aufenthalt bei Patricia und Rey gern verlängert, aber den Flug nach Perth hatten wir leider schon gebucht. Da Raja Ampat wirklich so unbeschreiblich schön ist und es für uns wie im Paradies war, werden wir mit Sicherheit wieder kommen.

Vielen Dank nochmal an Pat und Rey für diese tollen Erlebnisse!!!

Dieser Artikel nimmt an der Blogparade „Die schönsten Strände Südostasiens“ teil.

 

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2 Comments

    1. Hi Gregory,
      sorry for our late reply!
      We did not attend the workshop of Franz Elmar Bader although it sounds very interesting. And to become a millionaire of course would be great 😉
      Cheers, Seb & Nicole

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