Karneval in Barranquilla

Ziemlich kurzfristig entschieden wir uns zum Karneval nach Barranquilla zu fahren. Barranquilla ist mit über 1 Mio. Einwohnern die viertgrößte Stadt Kolumbiens. Es gibt zwar nicht viele Sehenswürdigkeiten, aber einmal im Jahr, nämlich beim Karneval, scheint ganz Barranquilla in Feierlaune zu sein. Dann sind auch alle Unterkünfte schnell ausgebucht. Wir hatten Glück und Angie konnte uns über ihre Kollegin Julia in Barranquilla ein Zimmer bei der Nachbarin von Julia organisieren. So hatten wir auch gleich Familienanschluss 😉 Julia erwartete uns schon und stellte uns gleich Myriam, unserer “Gastmutter”, deren Tochter Camilla und Sohn Nerio vor. Sie waren alle sehr freundlich und herzlich. Trotz der Sprachbarriere konnten wir uns doch einigermaßen gut verständigen.
Julio, ein Freund der Familie, führte uns gleich erstmal durch ihr Stadtviertel “El Prado”. Das erste Bier gabs am Nachmittag in einer kleinen Eck-Kneipe um uns schonmal auf den Karneval einzustimmen. Dazu laute Musik und viele tanzende Menschen. Am Abend trafen wir uns mit Seppels Kumpel Steffen. Er ist auch auf einer längeren Reise und wir hatten uns mit ihm in Barranquilla verabredet. Zusammen fuhren wir zu einem großen Platz, wo eine Bühne aufgebaut war und Salsa-Musik gespielt wurde. Schnell kamen wir in Kontakt mit einer kolumbianischen Familie und feierten zusammen mit ihnen.
Am nächsten Morgen gab es schon gleich nach dem Frühstück bei unserer Gastfamilie den typisch kolumbianischen Anis-Schnaps “Aguardiente” und zum Nachspülen noch ein Bier. So startet man also in Barranquilla in den (Karnevals-) Tag! 😉
Nerio, der in einem Verein tanzt und deshalb auch bei der Karnevals-Parade auf einem der schön geschmückten Wagen dabei war, gab uns eine kleine Tanzvorführung. Bei dem typischen Tanz muss man mit dem Gesicht dauernd komische Grimassen machen und immer die Zunge rausstrecken. Sieht sehr witzig aus. Und wir wurden auch gleich verkleidet mit Hüten, Perücke und der für den Karneval in Barranquilla typischen Marimonda-Maske.
Zusammen mit Steffen, Thorsten und den Kolumbianerinnen Claudia und Estefanie vom Vorabend machten wir uns auf den Weg zur großen Karnevalsparade. Leider hatten wir unsere Kamera nicht mitgenommem, da wir nicht riskieren wollten, dass sie in dem Gewimmel geklaut wird. Daher mussten wir auf Bilder von www.carnevaldebarranquilla.org zurückgreifen. Wir hatten Glück und fanden einen super Platz auf dem Gehweg vor den Tribünen in erster Reihe. So konnten wir den Umzug aus nächster Nähe anschauen. Farbenfrohe und phantasievolle Kostüme, bunt geschmückte Wagen, laute Musik, tanzende und fröhliche Menschen… Die Parade war echt toll. Da wir kein Taxi fanden, fuhren wir mit einem Eselskarren wieder zurück ins Zentrum und feierten in einer Bar weiter. Am Sonntag wollten wir zur nächsten Parade. Leider hatten wir dieses Mal kein Glück, die Polizei hat uns nicht auf den Gehweg gelassen und wir hätten Tickets für die Tribüne kaufen müssen. Da wir aber am Nachmittag schon wieder weiterreisen wollten, machten wir uns gleich auf den Rückweg.
Julia hatte für uns einen Transfer nach Cartagena organisiert, der aber wegen eines Unfalls kurzfristig ausfiel. Deshalb fuhren wir auf gut Glück zum Busbahnhof, wo es nur so von Karnevalsbesuchern wimmelte, die alle nach Hause fahren wollten. Ein Bus hatte aber noch zwei Plätze für uns frei und nach zwei Stunden Wartezeit waren wir endlich auf dem Weg nach Cartagena.

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