Melaka – Zu Hause bei Freunden

Die Küstenstadt Melaka war unsere letzte Station in Malaysia. Zusammen mit Shasha, die uns in ihrem Auto von Kuala Lumpur mitnahm, kamen wir abends im Haus ihrer Eltern an. Da es etwas schwierig war ein Gästehaus am Wochenende zu finden, hat uns Familie Firdausi zu sich nach Hause eingeladen. Wir waren sehr gespannt auf das Leben in einer einheimischen Familie und freuten uns sehr über die Einladung.
Wie wir schon berichtet haben war gerade Ramadan, der Fastenmonat. Aus diesem Grund hat auch Familie Firdausi tagsüber weder gegessen noch getrunken. Deshalb fanden wir es auch besonders lieb, dass Mama Firdausi uns extra ein leckeres Frühstück zubereitet hat. Wir sollten uns ganz wie zu Hause fühlen.
Am Nachmittag zeigten uns Shasha und Aqila erst einmal die Umgebung. Nach einem Spaziergang im Park, in dem es auch Affen gab, sind wir zum “Mini Malaysia & Asean Cultural Park” gefahren. Hier kann man die traditionellen Häuser der verschiedenen malaysischen Bundesstaaten anschauen. Beim Kulturprogramm mussten wir dann auch mit auf die Bühne: Shasha und ich sollten mit dem Blasrohr auf einen Luftballon schiessen und wir haben sogar beide getroffen! Seppel und Aqila wurden zu einem malaysischen Tanz aufgefordert, was ziemlich witzig aussah.
Pünktlich zum Sonnenuntergang haben wir dann zusammen mit Familie Firdausi das Fasten gebrochen und es gab ein sehr leckeres Abendessen: “Chicken Rice”, das ist Reis mit gebratenem Hühnchen, welches mit Knoblauch und verschiedenen Gewürzen mariniert war. Danach haben wir uns noch in den Trubel der “Jonker Street” gestürzt. Auf Melakas bekanntester Straße ist am Wochenende immer jede Menge los: Verkaufsstände mit Snacks, Souvenirs und Klamotten, eine Bühne mit Karaoke und rundherum gibt es ganz viele Restaurants und Kneipen. Da wird es auf jeden Fall nicht langweilig.

Wir hatten Aqila und Shasha als kleines Mitbringsel ein typisches malaysisches Spiel geschenkt. Wie sich gleich herausstellte, hatten sie das früher immer als Kinder gespielt. Es heisst “Batu Seremban” und man spielt es mit 5 kleinen sandgefüllten Stoffsteinen. Es gibt verschiedene Stufen des Spiels, aber das Ziel ist eigentlich, einen Stein in die Luft zu werfen, in der Zwischenzeit einen anderen Stein aufzuheben und dann den hochgeworfenen Stein wieder zu fangen. Dabei ist auf jeden Fall eine schnelle Reaktion gefragt. Den Vormittag verbrachten wir also mit üben und wir wurden immer besser. Am Nachmittag nahm uns Shasha mit in die Stadt und wir besuchten die “Selat Melaka” Moschee. Sie wird auch als schwimmende Moschee bezeichnet, da sie auf Stelzen direkt am Meer gebaut wurde. Die Moschee durften wir natürlich nur mit entsprechender Kleidung betreten.
Danach stiegen wir auf einen kleinen Hügel zum “Fort St. Johns”, einer kleinen Festung mit Kanonen. Von hier oben hatten wir einen schönen Blick über Melaka. Mama Firdausi hatte für das Abendessen das traditionelle Gericht “Laksa” gekocht und es war wieder sehr lecker. Die Laksa bestand aus Spaghetti mit einer dicken Soße gekocht aus Fisch, Kokosmilch und vielen Gewürzen.

Nach dem schönen Wochenende bei Familie Firdausi zogen wir am Montag um in das 1511 Guesthouse, ein altes Herrenhaus.
Melaka gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und es gibt hier viele dieser historischen Gebäude, die liebevoll restauriert wurden. Wir spazierten am Nachmittag durch Melaka’s Innenstadt und bewunderten die Häuser in Portugiesischer, Holländischer und Malaysisch-Chinesischer Architektur. Dabei entdeckten wir auch noch eine kulinarische Besonderheit: Schwalbennest Suppe. Probiert haben wir es aber nicht.
Auch am nächsten Tag machten wir nochmal einen Stadtrundgang. Am Melaka-Fluss entlang gingen wir bis zum ältesten Chinesentempel Malaysias, dem “Cheng Hoon Teng Temple”. Die Jonker Street war wie leergefegt, denn unter der Woche ist hier fast nichts los.
Zum Abendessen hatten wir Familie Firdausi in ein pakistanisches Restaurant zum Tandoori Chicken Essen eingeladen. Mr. Firdausi hat uns dann gleich für den nächsten Nachmittag zu einem Ausflug eingeladen. Wir waren gespannt, was er uns zeigen wollte.

Am nächsten Nachmittag holte uns Mr. Firdausi ab und zeigte uns eine Mangofarm, seinen Golfclub und die Hühnerfarm seines Cousins. Danach konnten wir ein letztes Mal Mama Firdausis Kochkünste genießen. Es gab Nasi Lemak und wir aßen heute mal mit unserem “natürlichen” Löffel und Gabel, nämlich unserer rechten Hand. Das war zwar etwas ungewohnt, hat aber gut funktioniert. Unser letzter Abend in Melaka und auch in Malaysia ging zu Ende und am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Singapur.

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