Zurück in Bangkok

Nach 109 Reisetagen gab es für uns ein Wiedersehen mit Bangkok. Hier legten wir auf dem Weg von Kambodscha in den Süden Thailands für ein paar Tage einen Zwischenstopp ein.
Die Grenzüberquerung von Kambodscha nach Thailand ging schnell und problemlos. Von Koh Kong aus fuhren wir 10km bis zur Grenze. Dort bekamen wir den Ausreisestempel. Zu Fuß ging es dann über die Grenze nach Hat Yai in Thailand und wir bekamen unseren Einreisestempel.

Zurück in Thailand zu sein war für uns auf einmal wie eine andere Welt. Thailand und Kambodscha sind von der Entwicklung enorm unterschiedlich. In Thailand erwarteten uns gute Straßen, viele Autos, Supermärkte und günstiges Essen.

Mit dem Minibus ging es weiter nach Trat. Dort mussten wir umsteigen und nach weiteren 5 Stunden kamen wir endlich in Bangkok an. Ein bisschen war es wie nach Hause kommen, da wir am Anfang unserer Reise ja schon ein paar Tage hier waren. Der Busfahrer ließ uns irgendwo in Bangkok raus. Leider wollte uns kein Taxifahrer zu unserer Unterkunft bringen. Wahrscheinlich war zu viel Verkehr und unser Ziel war zu weit weg. Somit fuhren wir das erste Mal mit dem Skytrain, Bangkoks S-Bahn.
Das “Baan Tepa Boutique Guesthouse” war für die nächsten 5 Nächte unser zu Hause und wir waren für die ersten paar Tage die einzigen Gäste. Das Haus wurde von Theo, dem Besitzer, mit viel Liebe zum Detail gestaltet und wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Eine kleine ruhige “Oase” in der Metropole Bangkok.
Am Abend lief uns zufällig ein alter Bekannter über den Weg: Mit Greg hatten wir in Sukkothai eine Fahrradtour durch die Reisfelder gemacht. So klein ist die Welt…
Zum Essen sind wir zu einer kleinen Garküche im Viertel Banglampoo gegangen. Die kannten wir noch von unserem ersten Bangkokaufenthalt. Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Khaosan Road.  Es war dort nicht mehr so viel los wie noch im Januar. Man merkt, dass in Thailand die Nebensaison begonnen hat.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit einer Erkundungstour durch unser Stadtviertel Thewet und wir bummelten im Siam-Viertel durch einige Einkaufscenter. Bangkok ist wirklich ein Shoppingparadies. Die Preise in den modernen, riesigen Einkaufskomplexen sind teilweise noch höher als in Deutschland.
Außerdem mussten wir auch noch ein paar Sachen organisieren: unsere kaputte Kamera verschicken, neue Sonnen- und Mückenschutzmittel kaufen, Friseur, Zahnarzt …

Zwischendurch gab es noch ein Wiedersehen mit Helen und Elena, die wir aus dem Koh Thmei Resort kannten. Für sie ging es aber am nächsten Tag wieder nach Deutschland zurück.

Am 11. Mai hieß es dann auch für uns wieder Abschied von Bangkok zu nehmen. Wir mussten bereits 4 Uhr morgens aufstehen und um 5:30 Uhr am Reisebüro der Fährgesellschaft in der Nähe der Khao San Road sein. Von dort ging es für uns weiter auf die Insel Koh Tao. Unser Taxifahrer kannte aber leider den Weg zu dem Reisebüro nicht und so mussten wir noch ein Stück zu Fuß durch Bangkok’s berühmteste Straße gehen. Auf dem Weg durch die Khao San Road kamen uns einige besoffene Touristen entgegen, in den Bars spielte immer noch Musik und das Personal saß draußen und wartete vermutlich bis die letzten Gäste endlich gehen. An den Massageständen am Straßenrand ließen sich noch einige Wachgebliebene, denen man die Spuren der letzten Nacht ansah, ihre müden Füße massieren. Taxi- und Tuk Tuk Fahrer boten auch schon wieder ihre Dienste an. Die kleinen Verkaufsstände und Geschäfte entlang der Straße waren geschlossen, Müll lag aufgehäuft am Straßenrand. Und zwischendurch liefen vereinzelt Mönche in ihren safrangelben Gewändern um ihre Almosen bzw. Nahrungsmittel für den Tag einzusammeln…
Bei ihrer morgendlichen Almosen-Runde gehen die Mönche ruhig durch die Straßen und akzeptieren alles, was die Menschen in die Almosenschalen füllen. Zum Ritual des Sammelns und Gebens von Almosen gehört auch, dass die Mönche für die Gaben nicht danken, sondern umgekehrt die Gebenden dankbar sind. Sie können so ein gutes Werk tun und damit ihr Karma verbessern.

Bangkok ist wirklich eine Stadt mit vielen verschiedenen Gesichtern und Gegensätzen:

  • laut  (wegen dem vielen Verkehr und den vielen Menschen) aber auch leise (vor allem in den Wats, wo die Mönche beten und leben)
  • reich (wie der prunkvolle Königspalast oder das Banken- und Geschäftsviertel Silom) und arm (es gibt viele Bettler oder Menschen, die nur sehr wenig verdienen)
  • heiß & stickig (hohe Temperaturen, Smog) und saukalt (wegen der Klimaanlagen überall)
  • schön (die herausgeputzten Sehenswürdigkeiten) und hässlich zugleich (heruntergekommene Häuser, stinkende Kanäle, Müll am Straßenrand)
  • modern (riesige Einkaufscenter, Skytrain) und traditionell (kleine Garküchen entlang den Straßen mit typisch thailändischen Gerichten)

Nach unserem ersten Besuch vor fast 4 Monaten waren wir froh, der Hitze, dem Smog und den vielen Menschen wieder zu entkommen. Jetzt, nachdem wir uns aber an die Temperaturen und die Lebensweise gewöhnt hatten und auch andere Seiten Bangkok’s endeckten, haben wir die Stadt schon ein bisschen liebgewonnen.

3 Comments

  1. Sawaddi Khrap Khun Sebastian !
    endlich habe ich es einmal geschafft Eure Blogseite anzuschauen. Gratulaition! Echt gut gelungen. Euer Trip durch meine Wahlheimat, Müang oder Prathet Thai ist wirklich aufregend. Ihr habt offenbar jetzt schon viel mehr gesehen als wir die jährlich einmal hinfliegen :-). Besonders schmeichelhaft: Euch hat der Nordosten, der Isaan, so gut gefallen. Uns auch und das nicht allein weil die Family daher kommt…
    Wir wünschen Euch noch viele spannende Erlebnisse!
    Nap thii,
    Christian, Phitsamai & luuk chaai 2 khon

    1. Hallo ihr 4,
      vielen Dank für den Kommentar und auch für die Erklärungen mit den Eiern. Das wussten wir auch noch nicht.
      Liebe Grüsse nach Zofingen

  2. Ach so, noch eines: die “1000-jährigen Eier” (sind natürlich keine 1000 Jahre alt) heissen “kai-keem”. Nichts für Leute mit Cholesterin… Das ‘Gegenstück’ sind die “kai-jo-maa”. Diese sind fermentierte Eier und gehören zu meinen Lieblingsspeisen wenn wir daheim in Ban Phai sind.

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